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Jörg Schenuit (Pseudon. »Barth Cordmann«)

(Jg. 1970)
Katholischer Autor

Berlin
schenuit(at)fuge-journal.de

Jörg Schenuit (Pseudon. »Barth Cordmann«) ist ein katholischer Autor, der seit 1992 in Berlin lebt. In seinen jungen Jahren hat er sich vom Marxismus und der Friedensbewegung angezogen gefühlt. Obwohl er nicht moralisierend auf diese Erfahrung zurückblicken möchte, glaubt er inzwischen, dass seine Neigungen im »verängstigten und kleinmütigen« links-alternativen Milieu, das gerne nivelliert und versöhnt, wo es schmerzhafte Spannungen in der eigenen Brust auszuhalten gälte, nicht gut aufgehoben war. Näher fühlt er sich den melancholischen Autoren einer anderen Moderne, die kein Pflaster auf die existentielle Wunde kleben, sondern deren Schmerz verstärken. Er nennt beispielhaft Hölderlin und Nietzsche, E. M. Cioran und Nathalie Sarraute, Botho Strauß und Undine Gruenter. Das Exerzitium des Schmerzes, das diese Autoren entfalten, und der »heilig nüchterne« Blick aufs Leben führen seines Erachtens eher zu Christus zurück als der zu einfach gemachte schnelle Trost der bequemen therapeutischen Mäßigung. In der Musik sieht er die Evokation des Schmerzes bei J. S. Bach, mit dem er »viel Lebenszeit verbringt«, und in unseren Tagen vor allem bei A. Schnittke. Schenuit erledigt seit 1999 die Textredaktion der Deutschen Zeitschrift für Philosophie und gibt seit 2007 zusammen mit Martin Knechtges dieses Journal heraus.


Veröffentlichungen u.a.: 

Melancholie und Moderne, in: Berliner Debatte INITIAL, Heft 5/1997, S. 114–120;

Schwindende Präsenz im negativen Augenblick, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Heft 4/2003, S. 672–677;

Chateaubriand: Geist des Christentums, Berlin: Morus, 2004 (herausgegeben und eingeleitet von J. Schenuit);

Der Staat als Sicherheitsagentur. Reichweite und Grenze der Hobbesschen Lektion, in: Wort und Antwort, Heft 1/2007, S. 9-15.  


english:

Jörg Schenuit (Pseudon. »Barth Cordmann«), born 1970,  is a catholic author, who has lived in Berlin since 1992. In his early years he was attracted to the Marxism and the peace movement. He does not like to look back on this experience in a moralising way, but he believes now, that his own intellectual tendencies did not belong to the “anxious and faint-hearted”alternative left circles, which like to negate and reconcile, when one has to suffer painful tensions in its own chest. He felt closer to the melancholic authors of a different modernism,who don’t put a plaster on your existential wound, but who increase the pain. As examples he names Hölderlin and Nietzsche, E.M. Cioran and Nathalie Sarraute,Botho Strauss and Undine Gruenter.The exercising of pain, which these authors spread, and the ›holy sober‹ look towards life, leads in his opinion more towards Christ than to the simple and fast made consolation of an easy, therapeutic moderation. He sees in music the evocation of pain like in J.S. Bach, with whom he spends ›a lot of his free time‹, and in our daysespecially in A. Schnittke. Since 1999 Schenuit has conducted the text editing for the Deutschen Zeitschrift für Philosophie and since 2007 has published this Journal together with Martin Knechtges. Some publications include:Melancholy and Modernism, in: Berliner Debatte INITIAL, volume 5/1997, p. 114-120; Vanishing presence in the negative moment, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie,volume 4/2003, p. 672-677; published and introduced: Chateaubriand: Geist des Christentums, Berlin: Morus, 2004.

Jörg Schenuit hat zu folgenden Ausgaben der FUGE beigetragen:

Band 1, "Das westliche Dilemma"
Beitrag: Die Sammlung der Versprengten. Eine Einführung in die FUGE.

Band 2, "Profane Zumutungen"
Beitrag: Der intellektuelle Eros und die Unmittelbarkeit Gottes

Band 3, "Der Staub Gottes"
Beitrag: Das neubürgerliche Gift und die Saat des Dichters

Band 6,"Zeichen ferner Freiheit. Kulturkritik I"
Beitrag: Masken der Umkehr (I)

Band 6,"Zeichen ferner Freiheit. Kulturkritik I"
Beitrag (unter dem Pseudonym »Barth Cordmann«, gemeinsam mit Andreas Fliedner): Der asketische Seiltänzer. Aufruf zu einem Nekrolog für den Schriftsteller und Übersetzer Bernd Mattheus (1953-2009)