Professor für Kulturtheorie der Moral in Nijmegen
KONTAKT:
Radboud Universität Nijmegen
J.P.Wils(at) rs.ru.nl
Porträt:
Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Leuven und Tübingen war er zunächst Professor in Tübingen, Ulm und Freiburg, bevor er 1996 nach Nijmegen kam. Seine kulturtheoretischen Diagnosen bewegen sich in einem Feld zwischen Moralphilosophie und Theologie. So hat er etwa das schwierige Gebiet der ars moriendi betreten und sich die Frage vorgelegt, wie unter den Konditionen der Moderne, die individuelle Entscheidungen von den Subjekten fordert, das Loslassen des Lebens gelingen kann. Zuletzt hat er sich mit einer viel beachteten Studie zur Blasphemie in die Debatte um die Rolle der Religion in der modernen Gesellschaft eingeschaltet. Er ist besorgt über die Rückkehr politischer Religion, die das Gefüge moderner Gesellschaften bedrohe. »Ich bin der Meinung«, sagt er, »dass es nicht so sehr die Religion ist, die zurückgekehrt ist,sondern eine bestimmte Variante, nämlich die politische Religion. Sie bricht ein in das Gefüge der modernen Gesellschaft.« Die neuerliche Ernstnahme der Blasphemie ist das deutlichste Zeichen politischer Religion. »Die Blasphemieaktualität, also die Rückkehr der Gotteslästerung, ist eigentlich die Signatur einer Rückkehr von politischer Religion in das Herz von modernen, sogenannt aufgeklärten Gesellschaften.« Wils warnt davor, die politische Reemphatisierung von Religion auf die leichte Schulter zu nehmen oder sie gar zu befeuern. Das könne zu Destabilisierungen moderner Gesellschaften führen.
Veröffentlichungen u.a.:
Ars moriendi: Über das Sterben, Frankfurt am Main: Insel, 2007;
Gotteslästerung, Frankfurt am Main: Verlag der Weltreligionen, 2007.
Jean-Pierre Wils hat zu folgenden Ausgaben der FUGE beigetragen:
Band 3: "Der Staub Gottes"
Beitrag: Phantasien der Vergegenwärtigung