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Ekaterina Poljakova

Literaturwissenschaftlerin und Philosophin

berät die Redaktion im Themenfeld
Philosophie & Religion


ekaterina_poliakova<at>hotmail.com

Geboren in Rostov am Don führte die wissenschaftliche Karriere der heute in Moskau tätigen Nietzsche-Forscherin zunächst über die semiotische Schule Jurij Lotmans in Tartu (heute Estland) an die Staatliche Universität in Moskau. Hier promovierte sie 2002 mit einer Arbeit zur „Poetik des Dramas“ am Beispiel der Romane „Der Idiot“ (Dostojewski) und „Anna Karenina“ (Tolstoi) in den Literaturwissenschaften. Die russischen Jahre ihres intellektuellen Wachsens sind wissenschaftlich geprägt von der langsamen Emanzipation von den strukturalistisch-semiotischen Anfängen ihres Nachdenkens. Das frühe Interesse für das Christentum und die katholische Kirche, sowie ihre instinktive Abneigung gegen die kommunistische Rhetorik und ein „Argumentieren von der Mehrheit her“, entwickelt sich im Klima der Moskauer Wendezeit zu einem philosophischen Versuch, Probleme der Moralphilosophie und die anderen „großen Fragen des Philosophierens“ wider manche Mode der modernen westlichen Philosophie "im Zusammenhang" zu betrachten. Poliakova gab ihre Lehrtätigkeit in Moskau auf und wechselte zu Werner Stegmaier nach Greifswald, wo sie eine philosophische Habilitation begann. In Auseinandersetzung mit Nietzsche, Kant und den großen literarischen Autoren der russischen Moderne – ausgestattet mit einem besonderen Sinn für die feinen Unterschiede der west-östlichen Differenz im moralischen Denken – fragt sie seither auch nach der „Rolle der Religion im Prozess der Begründung und Verankerung der Plausibilitäten in der Kultur“. Wichtig ist ihr dabei aber gerade die Unverwechselbarkeit religiöser und ethischer Fragestellungen und die Gefahr, die von einer „Religion der Behaglichkeit“ (Nietzsche) für beide Seiten ausgeht. Seit 2009 lehrt sie in Moskau Philosophie.

Ekaterina Poljakova hat zu folgenden Ausgaben der FUGE beigetragen:

Band 4: "Der Schein des Unendlichen"
Beitrag: Ein Bote des Unendlichen