Soziologe und Max-Weber-Professor an der Universität Erfurt
Leiter des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Professor für Soziologie an der Universität Chicago
berät die Reaktion im Themenfeld
Religion & Soziologie
Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Universität Erfurt
Am Hügel 1
D-99084 Erfurt
hans.joas<at>uni-erfurt.de
Hans Joas ist seit 2002 Max-Weber-Professor an der Universität Erfurt sowie Leiter des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien ebendort. Der Soziologe und Sozialphilosoph fühlt sich zwar keiner Denkschule im engeren Sinne zugehörig, doch orientiert sich sein Denken am amerikanischen Pragmatismus (James, Dewey, Mead) und der deutschen historisch-hermeneutischen Tradition, »insbesondere dort, wo diese – wie bei Weber und Troeltsch – in die moderne Sozialwissenschaft übergeht«. So nennt er statt akademischen Lehrern auch gleich sieben nordamerikanische Philosophen und Soziologen als prägende Figuren: Robert Bellah, Richard Bernstein, Amitai Etzioni, Donald Levine, Philip Selznick, Charles Taylor und Edward Tiryakian. Mit seinen Überlegungen zur Wertbindung im sozialen Wandel, zur Ideengeschichte der Menschenrechte sowie zur Sakralität der Person nimmt Joas nicht nur auf die sozialwissenschaftlichen Debatten in Erfurt oder Chicago, wo er als Professor und Member of the Committee on Social Thought regelmäßig Teile des akademischen Jahres verbringt, Einfluss. Auch von den deutschen Kirchen wird der Katholik als wissenschaftlicher Ratgeber geschätzt und konsultiert. Gerade da aber, wo weltanschauliche und politische Konflikte der Zeit in den Fokus seiner Arbeit geraten, weiß er sich dem sozialwissenschaftlichen Ethos der Nüchternheit in ausgezeichneter Weise verpflichtet.
Veröffentlichungen u. a.: Die Entstehung der Werte, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1997; Braucht der Mensch Religion?, Freiburg im Breisgau: Herder, 2004; (als Herausgeber mit Klaus Wiegandt), Säkularisierung und die Weltreligionen, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 2007.